Sowohl in der europäischen wie in der deutschen Berufsbildungsdiskussion werden die Kompetenzen, die Kinder und Jugendliche außerhalb formeller Lernarrangements erwerben, für das Gelingen von Bildungsprozessen und lebenslangem Lernen zunehmend als wichtig erachtet. So haben auch benachteiligte Jugendliche durch Prozesse des nichtformellen bzw. informellen Lernens Kompetenzen erworben, die für die berufliche Bildung und Ausbildung relevant sind, dafür aber nicht systematisch genutzt werden, weil sie nicht sichtbar sind. Gerade bei bildungsbenachteiligten Jugendlichen, deren Schulzeugnisse eher Dokumentationen schulischer Misserfolge darstellen, wird gehofft, dass ein Sichtbarmachen außerschulisch erworbener Kompetenzen Anknüpfungspunkte für weitere Bildungsprozesse bieten kann. Darum ist es Ziel des Vorhabens, Verfahren zu entwickeln und zu erproben, die diese Kompetenzen sichtbar machen.

Im Rahmen dieses Projektes sollen diese „verdeckt" erworbenen Kompetenzen sichtbar gemacht sowie Strategien entwickelt werden, diese Kompetenzen für die berufliche Integration von Jugendlichen zu nutzen. Dazu werden die in den sechs beteiligten Ländern bestehenden Vorarbeiten und Erfahrungen in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess gebündelt sowie auf dieser Grundlage ein eigenes Instrument entwickelt und getestet. Wie die Ergebnisse zeigen, gibt es aus den verschiedenen europäischen Ländern zwar keine einfach übertragbaren Modelle zur Nutzung dieser Kompetenzen, aber zahlreiche Anknüpfungspunkte, auf denen ICOVET aufbauen konnte.

Link zum ICOVET-Tool

 

Das Lernen außerhalb von schulischen Bezügen rückt zunehmend in den Blickwinkel der deutschen und europäischen Bildungspolitik. Wie lernen Jugendliche in Bereichen, in denen das Lernen nicht angeordnet ist? Was lernen sie und wie können diese Fähigkeiten und Kompetenzen sichtbar gemacht werden?

Die Wahrnehmung und Anerkennung informellen Lernens kann dazu beitragen, Motivation und Interesse der Jugendlichen an formellen Bildungsprozessen zu wecken und diese erfolgreicher zu gestalten. Im Rahmen des ICOVET-Projektes wurden Instrumente entwickelt, mit denen diese „verdeckt" erworbenen Kompetenzen sichtbar gemacht sowie Strategien entwickelt werden, die Kompetenzen für die berufliche Integration von Jugendlichen zu nutzen. Es wurden u.a. ein Interviewverfahren zur Erfassung von Fähigkeiten und Kompetenzen, ein Handbuch und ein Fortbildungskonzept erarbeitet, was in ICONET weiterentwickelt und verstärkt in die Fördersysteme transferiert werden sollte. ICONET ist ein Innovationstransferprojekt, welches über das Programm LEONARDO DA VINCI der Europäischen Kommission gefördert wurde. Am Projekt beteiligten sich elf Partner aus sieben europäischen Ländern.

Projektinfo

 

Vor dem Hintergrund der andauernden wirtschaftlichen Krise in weiten Teilen Europas haben viele Staaten umfangreiche Haushaltskürzungen beschlossen. Hiervon betroffen sind insbesondere Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor, in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheits- und Bildungsbereich. Am meisten gefährdet sind jedoch Arbeitnehmer mit niedriger oder mittlerer Qualifikation, aber auch Seiteneinstieger und Personen, die fachfremd beschäftigt werden. Allerdings haben viele dieser Arbeitnehmer im Laufe der Zeit fachliche Kompetenzen erworben, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Ziel des Projekts VOW+IPLM ist es, „best practices" in der Feststellung solcher nicht-formaler und informeller Kompetenzen zu ermitteln und zwischen den teilnehmenden Ländern auszutauschen. Es wird davon ausgegangen, dass bestehende Verfahren auf diesem Weg verbessert werden können und insgesamt die Qualität der beruflichen Bildungssysteme in Europa erhöht werden kann. Darüber hinaus besteht die Aufgabe der Projektpartnerschaft darin, den auf Kompetenzstandards basierenden Validierungsansatz des Vorgängerprojekts VoW (The Value of Work) im Hinblick auf bestehende „best practices" weiterzuentwickeln, und an die Erfordernisse in den teilnehmenden Ländern anzupassen. Zusätzlich werden die Projektpartner eine virtuelle Plattform zur Validierung non-formaler und informeller Kompetenzen entwickeln.

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